Blogeintrag

feuertanz der zarathustrier

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nach zwei stunden geben wir auf. alle zufahrten sind abgeriegelt durch soldaten. mit ihren grünen uniformen, schlagstöcken und maschinengewehren mögen sie so gar nicht zu den hupenden autokorsos voll junger iraner passen, die bei lauter discomusic und feuerwerkskrachern zum traditionellen mittwochsfeuer, dem tschahar schanbe suri, zusammenkommen wollen. an dem zentralen platz springen dann die menschen wie jedes jahr am vorabend des letzten mittwochs vor dem persischen neujahrnouruz über brennende feuer – ein brauch der alten zarathustrer. nur kommt es in diesem märz 2011 nicht dazu. prügelnde soldaten verfolgen diejenigen, die sich an den absperrungen vorbei wagen.

wir kehren um. in sasans blick liegt dennoch stolz. der feiertag, erklärt er, sei mittlerweile ausdruck des protestes gegen das regime. denn nach vorstellung der mullahs, der islamischen gelehrten, die in der islamistischen republik iran auch über weltliche fragen richten, sollten iraner keine nicht-islamischen bräuche pflegen. mit militärgewalt werden die leute bisweilen an der ausübung derjenigen bräuche gehindert, die älter sind als die eroberung persiens durch die araber. deshalb seien sie hier. sasan und sein freund mohammad. und mit ihnen tausende weitere junge iraner.